Altenburg und seine Bebauungsstruktur als Schädlings-Habitat
Altenburg liegt im Thüringer Becken, eingebettet zwischen der Pleiße im Norden und dem hügeligen Vorland des Altenburger Landes im Süden. Mit rund 38.500 Einwohnern ist die Stadt das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landkreises. Der historische Altstadtkern mit dem markanten Altenburger Schloss, die dichten Gründerzeitviertel sowie die ausgedehnten Plattenbausiedlungen im Nordwesten der Stadt bilden sehr unterschiedliche, aber gleichsam schädlingsrelevante Bebauungstypen.
In den Gründerzeitquartieren rund um Bahnhof und Innenstadt treffen alte Kellergewölbe, schlecht gedämmte Hohlräume und enge Innenhöfe aufeinander - klassische Einzugsbereiche für Ratten, Mäuse und Schaben. In den Plattenbausiedlungen begünstigen Installationsschächte und Leitungsführungen die Ausbreitung von Bettwanzen und Kakerlaken zwischen einzelnen Wohneinheiten. Die Ortsteile wie Paditz, Steinwitz, Greipzig oder Zschaiga grenzen direkt an landwirtschaftliche Nutzflächen, was insbesondere in Herbst und Winter den Mäusedruck auf Wohngebäude deutlich erhöht.
Hinzu kommt die Nähe zur Elster-Luppe-Aue und zu den Gewässern entlang der Pleiße. Feuchtgebiete und naturnahe Grünkorridore fördern die Aktivität von Wanderratten (Rattus norvegicus), die über Kanalsysteme und Bachläufe tief in bewohnte Quartiere vordringen. Auch Wespen und Hornissen nutzen Dachhohlräume und Fassadenverkleidungen älterer Gebäude gerne als Neststandorte.





