Anklam und seine besondere Lage als Schädlingsfaktor
Anklam liegt auf einer Höhe von kaum mehr als zehn Metern über dem Meeresspiegel, eingebettet zwischen der Peeneniederung im Süden und ausgedehnten Ackerflächen im Norden des Landkreises Vorpommern-Greifswald. Diese geografische Situation hat direkte Auswirkungen auf den Schädlingsdruck in der Stadt. Die Peene als naturnaher Flusslauf bietet Wanderratten (Rattus norvegicus) ein ideales Biotop: Uferböschungen, Brückenunterbauten und die alten Kanalschächte der Altstadt dienen als Rückzugsräume und Eintrittspforten in Wohn- und Gewerbegebäude.
Die Bebauungsstruktur Anklams ist historisch gewachsen und entsprechend heterogen. In der Kernstadt stehen renovierungsbedürftige Gründerzeitbauten Seite an Seite mit sanierten Mehrfamilienhäusern; in Stadtteilen wie Südstadt und Peenedamm dominieren fünfgeschossige Plattenbauriegel aus den 1970er Jahren mit gemeinsamen Kellern und Lüftungsschächten, die Schädlingen wie der Deutschen Schabe (Blattella germanica) optimale Ausbreitungswege bieten. In Gellendin und Pelsin, den ländlicheren Stadtteilen im Außenbereich, treffen Einfamilienhäuser auf landwirtschaftliche Strukturen; hier ist der Mäusedruck aus der offenen Feldflur besonders im Herbst und Winter hoch.
Hinzu kommt Anklams industrielle Geschichte: Das ehemalige Peenewerk und noch aktive Logistik- und Lebensmittelbetriebe im Gewerbegebiet sind klassische Befallsschwerpunkte für Vorratsschädlinge und Schaben. Wer dort tätig ist, kennt die strengen Anforderungen der Lebensmittelhygiene-Verordnung (LMHV) und des Infektionsschutzgesetzes (IfSG).





