Anröchte und seine Ortsteile: Warum Lage und Bebauung den Schädlingsdruck beeinflussen
Die Gemeinde Anröchte liegt im südöstlichen Kreis Soest, unmittelbar an der Grenze zum Hochsauerlandkreis und zum Kreis Paderborn. Die Hellwegbörde ist eine der ertragreichsten Ackerbauregionen Nordrhein-Westfalens - weite Getreide- und Rübenfelder prägen das Bild. Diese intensive Landwirtschaft bietet Nagetieren wie Wanderratten (Rattus norvegicus) und Feldmäusen ausgezeichnete Nahrungsquellen. Wenn im Herbst die Felder abgeerntet werden, suchen diese Tiere Wärme und Schutz in nahe gelegenen Gebäuden - eine klassische Einwanderungswelle, die wir jedes Jahr beobachten.
Die Bebauung in den neun Ortsteilen ist überwiegend kleinteilig: Bauernhöfe, Reihenhäuser der Nachkriegszeit und neuere Einfamilienhaussiedlungen wechseln sich ab. Ältere Gebäude in Altengeseke, Altenmellrich oder Waltringhausen weisen häufig Hohlräume in Außenwänden, undichte Kellerfugen und nicht modernisierte Dachstühle auf - ideale Rückzugsorte für Marder, Fledermäuse (die als geschützte Art natürlich nicht bekämpft werden) und Wespen. Hinzu kommt das regional bedeutsame Grünsandstein-Gewerbe: Steinbrüche und Bearbeitungsbetriebe in der Nähe bieten nischen- und spaltenreiche Strukturen, die von Schädlingen genutzt werden.
Die geografische Lage auf rund 150-200 Höhenmetern sorgt für ein gemäßigt-kontinentales Klima mit milden Wintern. Wärmere Sommer der letzten Jahre haben dazu beigetragen, dass wärmeliebende Arten wie die Tigermücke oder die Asiatische Hornisse ihren Aktionsradius nordwärts ausdehnen - Entwicklungen, die wir bei Kaiser Kammerjäger aktiv verfolgen, um unsere Fachbetriebe entsprechend zu schulen und auszurüsten.





