Bad Reichenhall: Geografie und Bebauung als Schädlingsfaktor
Bad Reichenhall liegt auf etwa 470 Metern Höhe im Tal der Saalach, eingerahmt von den Staufen- und Reiteralmgruppen. Das alpine Tal-Klima sorgt für milde, feuchte Winter und warme Sommer - Bedingungen, unter denen sich viele Schadnager und Insekten besonders gut entwickeln. Die relative Luftfeuchtigkeit in Kellern und schlecht belüfteten Dachböden alter Kurvillen überschreitet häufig die 70-Prozent-Marke, was Schimmel und Schädlingsdruck gleichermaßen fördert.
Die Bebauungsstruktur der Stadt ist zweigeteilt: Im Zentrum und rund um die Wandelhalle dominieren historische Kurhotels, Gründerzeit-Mehrfamilienhäuser und denkmalgeschützte Gebäude mit komplexen Leitungsführungen, Kellergängen und alten Holzbalkendecken. In den Außenortsteilen Marzoll, Nonn, Froschham und Schwarzbach prägen dagegen landwirtschaftliche Anwesen, Einfamilienhäuser der Nachkriegszeit und neuere Wohnbebauung das Bild. Beide Strukturtypen haben ihre eigenen Schwachstellen: Die Altbausubstanz bietet Nagetieren und holzzerstörenden Insekten zahlreiche Hohlräume, während ländliche Grundstücke mit Komposthaufen, Scheunen und Geräteschuppen als Vorrats- und Überwinterungsquartiere für Ratten, Mäuse und Wespen dienen.
Die Saalach und ihre kleinen Zuflüsse schaffen zusätzliche Wanderkorridore für Wanderratten (Rattus norvegicus). Entlang der Uferböschungen zwischen Weißbach und dem Stadtzentrum sind Rattensichtungen keine Seltenheit, besonders in den Frühjahrs- und Herbstmonaten, wenn Hochwasser die Tiere aus ihren Erdbauten vertreibt.





