Berlin als Schädlingsbekämpfungs-Hotspot: Geografie und Bebauungsstruktur
Berlin vereint auf rund 892 Quadratkilometern eine außergewöhnliche Vielfalt an Bebauungstypen, die jeweils eigene Bedingungen für den Befall mit Schädlingen schaffen. Die gründerzeitlichen Altbauquartiere in Kreuzberg, Schöneberg, Neukölln und Charlottenburg zeichnen sich durch alte Kanalisation, Innenhöfe mit Kompostecken und lückenhafte Dämmung aus - ideale Eintrittspunkte für Ratten, Mäuse und Schaben. In den Plattenbausiedlungen von Marzahn, Hellersdorf und Neu-Hohenschönhausen sind es häufig gemeinsame Leitungsschächte und Kellertunnel, die eine schnelle Ausbreitung von Nagetieren und Insekten begünstigen.
Der Bezirk Köpenick und angrenzende Bereiche im Südosten der Stadt liegen an Spree und Dahme; die hohe Gewässerdichte begünstigt Rattenpopulationen entlang von Uferbefestigungen und in Parkanlagen. In Gesundbrunnen, Wedding und Moabit konzentrieren sich Gewerbe- und Lebensmittelbetriebe, die ein erhöhtes Risiko für Schabenbefälle und Vorratsschädlinge mit sich bringen. Selbst die ruhigen Villenviertel in Zehlendorf, Lichterfelde und Wilmersdorf bleiben nicht verschont: Gut begrünte Grundstücke mit altem Baumbestand und Gartenabfällen laden Wühlmäuse und Marder geradezu ein.
Das kontinentale Stadtklima Berlins mit vergleichsweise warmen Sommern und milden Herbsten verlängert die aktive Saison vieler Insekten. Wespen- und Hornissenvölker sind von April bis Oktober aktiv, Bettwanzen vermehren sich bei Wohnungstemperaturen das ganze Jahr über. Für eine dauerhafte Bekämpfung ist daher ortsgenaues Wissen über die jeweilige Berliner Mikrolage entscheidend.





