Bochum und seine besonderen Bedingungen für Schädlingsbefall
Das Ruhrgebiet und damit auch Bochum ist geprägt von einem der dichtesten Siedlungsgeflechte Europas. Bochum grenzt unmittelbar an Dortmund, Herne, Essen und Witten - eine zusammenhängende urbane Agglomeration, in der Schädlinge sich entlang von Kanalläufen, Gleisanlagen und Versorgungsleitungen nahezu ungehindert ausbreiten können. Der Emscher-Umbau hat in den vergangenen Jahren zwar die Wasserqualität verbessert, die damit verbundenen Tiefbauarbeiten haben jedoch Rattenkolonien aufgescheucht und teilweise in Wohngebiete wie Hordel, Hamme und Gerthe verlagert.
Hinzu kommt das Ruhrklima mit milden Wintern und feuchten Sommern, das Schädlingen wie Schaben und Silberfischen optimale Vermehrungsbedingungen bietet. Altindustrielle Leerstandsflächen - Bochum verfügt noch immer über mehrere Konversionsflächen im Bereich früherer Bergwerke und Stahlbetriebe - bieten Nagerkolonien ungestörte Rückzugsräume. Auch die Ruhr-Universität Bochum in Querenburg und weitere Hochschulgebäude mit ihren Mensa-Bereichen und Studentenwohnheimen sind strukturell anfällig für Schädlingsbefall, insbesondere durch Schaben und Lebensmittelmotten.
In Stadtteilen wie Langendreer und Bochum-Werne treffen ältere Siedlungsstrukturen aus dem frühen 20. Jahrhundert auf neuere Wohnbebauung. Undichte Leitungskeller, alte Holzbalkendecken und schlecht isolierte Außenwände sind dort typische Einfallstore für Nager und Insekten, die ohne professionellen Kammerjäger kaum dauerhaft zu beseitigen sind.





