Bonn und seine Stadtstruktur als Faktor für Schädlingsbefall
Bonn liegt am westlichen Ufer des Rheins, gegenüber dem Siebengebirge, und erstreckt sich von den flachen Rheinauen im Osten bis zu den bewaldeten Hängen des Kottenforsts im Westen. Diese geografische Vielfalt hat direkte Auswirkungen auf das Aufkommen bestimmter Schädlinge. Die Rheinauen rund um Graurheindorf und Beuel bieten ideale Lebensbedingungen für Ratten und Wanderratten (Rattus norvegicus), die sich entlang von Uferbereichen, Kanalläufen und Abwassersystemen ausbreiten.
Im dicht bebauten Bonn-Zentrum und in Stadtteilen wie Endenich, Kessenich und Auerberg dominieren Gründerzeitbauten mit alten Holzdielen, schlecht abgedichteten Kellerabgängen und Hohlwänden - klassische Strukturen, die Schädlingen wie Bettwanzen, Hausschaben und Holzwürmern ideale Lebensbedingungen bieten. In den großbürgerlichen Villenvierteln von Godesberg-Villenviertel und Oberkassel hingegen sind häufiger Nager in weitläufigen Gartenanlagen sowie Wespen- und Hornissennester in alten Hohlräumen von Natursteinfassaden anzutreffen.
Die Universitätsstadt Bonn mit hohem Studierendenanteil bringt einen lebhaften Wohnungsmarkt mit sich: Häufige Mieterwechsel in möblierten Wohnungen, WG-Zimmer und Ferienwohnungen sind statistisch stärker von Bettwanzen betroffen, da diese Insekten über Reisegepäck und Secondhand-Möbel eingeschleppt werden. In den Neubaugebieten auf dem Brüser Berg oder in Duisdorf treten dagegen häufiger Schädlinge auf, die über frisch verlegte Rohrleitungen oder benachbarte Brachflächen einwandern.





