Borken im westlichen Münsterland: Warum Schädlinge hier besondere Bedingungen vorfinden
Borken und der gleichnamige Kreissitz liegen in einer der agrarisch aktivsten Regionen Deutschlands. Die Nähe zu den Niederlanden und die intensive Landwirtschaft im Kreisgebiet - mit Schweinemast, Geflügelhaltung und Getreideanbau - sorgen für einen kontinuierlichen Nährstoffeintrag, der Schädlingspopulationen begünstigt. Wanderratten wandern entlang von Gräben und Feldwegen aus Außenbereichen in Ortschaften wie Gemen, Gemenkrückling oder Westenborken ein, sobald Getreideernten abgeschlossen sind und Nahrungsquellen auf den Feldern knapper werden.
Gleichzeitig ist Borken verkehrstechnisch gut angebunden: Die B67 sowie mehrere Kreisstraßen verbinden die Stadt mit Bocholt, Coesfeld und dem niederländischen Grenzraum. Güterverkehr und reger Warenumschlag in den Gewerbegebieten südlich und östlich des Stadtkerns erhöhen das Risiko, dass Schaben, Vorratsschädlinge oder Bettwanzen über Transportgüter eingeschleppt werden. In den älteren Wohnquartieren rund um die Innenstadt sowie in den Doppelhaushälften der 1960er- bis 1980er-Jahre-Bebauung finden Schädlinge durch schlecht abgedichtete Leitungsdurchführungen und Kellerverbindungen leicht Zugang zu benachbarten Wohneinheiten.
Die klimatischen Bedingungen im Münsterland - milde Winter, hohe Niederschläge, vergleichsweise feuchte Böden - begünstigen zudem Kellerasseln, Silberfischchen und Schimmelfolgeschädlinge in Feuchträumen. Wer in Rhedebrügge oder Burlo in Hofgebäuden mit älterem Mauerwerk wohnt, kennt das Problem oft nur zu gut.





