Borna und sein Umland: Geografie als Schädlingsfaktor
Borna liegt auf rund 160 Metern Höhe im sächsischen Tiefland, durchzogen von der Wyhra und kleinen Pleißezuflüssen. Die Renaturierung der ehemaligen Tagebauflächen südlich der Stadt hat in den letzten Jahrzehnten neue Feuchtbiotope entstehen lassen. Diese Gewässernähe begünstigt Nagerprobleme: Wanderratten (Rattus norvegicus) nutzen Kanalläufe und feuchte Böschungen als Wanderkorridore und gelangen von dort in Keller, Lagerräume und Gastronomieküchen.
Die gründerzeitliche Bebauung rund um den Markt und entlang der Karl-Marx-Straße weist häufig unsanierte Keller mit alten Maurwerksrissen auf - klassische Einstiegspunkte für Mäuse und Ratten. Gleichzeitig sorgen die Plattenbausiedlungen mit ihren Lüftungsschächten und Installationskanälen für schnelle Ausbreitungswege von Schaben oder Bettwanzen zwischen Wohneinheiten. In den ländlicheren Ortsteilen wie Blumroda, Gestewitz oder Görnitz hingegen treten vermehrt landwirtschaftstypische Schädlinge wie Feldmäuse, Speicherschädlinge (Kornkäfer, Dörrobstmotten) und Taubenbefall auf.
Auch der Tourismus rund um den Störmthaler See und den Hainer See spielt eine Rolle: Ferienvermietungen und Gaststätten im Bornaer Umland sind durch den regelmäßigen Gästewechsel besonders anfällig für die Einschleppung von Bettwanzen.





