Bettwanzen (Cimex lectularius) sind auch im Ostallgäu auf dem Vormarsch. Die Tiere sind nachtaktiv, verstecken sich tagsüber in Matratzenfalten, Bilderrahmen und Fußleisten und hinterlassen charakteristische Bissspuren sowie rostbraune Kotflecken. Ein professioneller Kammerjäger behandelt befallene Räume entweder mit zugelassenen Pyrethroid-haltigen Bioziden oder, bei starkem Befall, mit einer kontrollierten Wärmebehandlung (Heat-Treatment, 55-60 Grad Celsius über mehrere Stunden), die auch Eier zuverlässig abtötet.
Wespen und Hornissen bauen in Buchloes älterem Baubestand, besonders in den Dachstühlen der Ortsteile Lindenberg und Honsolgen, regelmäßig große Nester. Eine einzelne Hornissenvölkergruppe kann im Hochsommer über 700 Tiere umfassen. Da Hornissen nach Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt sind, darf das Nest nicht ohne fachkundige Genehmigung und nur von einem sachkundigen Schädlingsbekämpfer umgesiedelt oder entfernt werden.
Ratten und Mäuse sind im gesamten Landkreis Ostallgäu ein dauerhaftes Thema. Die Wanderratte (Rattus norvegicus) besiedelt bevorzugt die Kanalisation sowie Keller und Wirtschaftsgebäude. Auf landwirtschaftlichen Flächen rund um Hausen und Schöttenau treten zusätzlich Feldmäuse in Massenvermehrungsjahren auf. Nagetiere übertragen Krankheitserreger wie Hantaviren und Leptospirose und können durch Nageschäden an Leitungen Brände verursachen. Der Kammerjäger setzt je nach Befallsgrad Lebend- oder Schlagfallen, Fraßköder in gesicherten Köderstationen sowie bauliche Ausschlussmaßnahmen ein.
Deutsche Schaben und Orientalische Schaben finden sich bevorzugt in der Gastronomie, in Bäckereien und Großküchen. Schaben sind nacht- und lichtscheue Tiere, die in Warmwasserleitungen, Geschirrspülern und Kaffeemaschinen überwintern. Ein einzelnes Weibchen der Deutschen Schabe kann pro Jahr bis zu 300 Nachkommen produzieren. Zur Diagnose setzt der Fachbetrieb Pheromonfallen und Klebefallen ein, um Befallsgrad und Artbestimmung vor der eigentlichen Behandlung zu ermitteln.
Silberfischchen und Kellerasseln sind in Buchloer Altbauten und feuchten Kellerräumen häufige Gäste. Sie richten selten direkte gesundheitliche Schäden an, sind jedoch ein Indikator für zu hohe Luftfeuchtigkeit und können Buchbindungen, Tapeten und Lebensmittelvorräte beschädigen.
- Bettwanzen: Bissspuren in Dreierreihen, rostbraune Kotflecken an Matratzen und Wänden, süßlicher Geruch im Schlafzimmer.
- Wespen/Hornissen: Flugaktivität an Dachüberständen oder Rollladenkästen, hörbares Summen in der Wand, Nester aus grauem Papierkarton.
- Ratten: Nagespuren an Holz und Kabeln, Losung (ca. 15-20 mm lang), Fettglanzspuren entlang von Wänden und Rohrleitungen.
- Mäuse: Kleinere Losung (3-7 mm), Nagespuren an Lebensmittelverpackungen, Rascheln in Hohlräumen nachts.
- Schaben: Köderfallentest positiv, modriger Geruch, Häutungsreste und Kotspuren in Küchenschränken und hinter Geräten.
- Silberfischchen: Typische Silberschuppen auf Büchern und Tapeten, nachtaktive Bewegungen im Bad oder Keller.
- Holzwürmer/Hausbock: Frisches Bohrmehl unter Holzbalken, kleine runde Ausfluglöcher im Gebälk.