Damme und seine Lage - warum Schädlingsdruck hier besonders vielfältig ist
Damme erstreckt sich auf einer Fläche von rund 163 Quadratkilometern und grenzt im Norden unmittelbar an den Dümmer-See, einem der größten Flachlandseen Niedersachsens. Diese Nähe zu Feuchtgebieten und extensiver Ufervegetation begünstigt insbesondere die Ausbreitung von Ratten (Rattus norvegicus) und Mäusen, die aus den Röhrichtgürteln in Siedlungsrandbereiche wie Dümmerlohausen oder Hüde vordringen. Gleichzeitig sorgt die intensive Tierhaltung im Landkreis Vechta - Damme ist Teil einer der dichtesten Agrarregionen Deutschlands mit Massentierhaltung für Schweine und Geflügel - für ein erhöhtes Aufkommen von Schmeißfliegen, Nagern und Vorratsschädlingen wie Kornkäfer oder Dörrobstmotte.
Im Stadtinneren und in den Ortsteilen wie Osterdamme, Ossenbeck und Nordhofe dominieren Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften aus den 1970er bis 1990er Jahren mit Holzdachstühlen und Kriechkellern - bauliche Merkmale, die Holzschädlingen wie dem Hausbockkäfer, aber auch Wespen und Hornissen attraktive Nistmöglichkeiten bieten. Die älteren Hofanlagen in Borringhausen, Rüschendorf oder Bergfeine weisen zudem Fachwerksubstanz auf, in der Holzbewohnende Insekten Schäden über Jahre unentdeckt anrichten können.
Das gemäßigt-feuchte Klima Nordwestdeutschlands mit milden Wintern verlängert die aktive Saison vieler Schädlinge merklich. Bettwanzen (Cimex lectularius) zum Beispiel reproduzieren sich bei Temperaturen ab 18 Grad nahezu ganzjährig in beheizten Wohngebäuden - ein Faktor, den viele Betroffene unterschätzen.





