Dessau-Roßlau: Geografie, Bebauung und Schädlingsdruck
Die kreisfreie Stadt Dessau-Roßlau entstand 2007 durch die Fusion der ehemaligen Städte Dessau und Roßlau (Elbe). Mit rund 68.000 Einwohnern und einer Fläche von über 240 Quadratkilometern ist sie eine der flächenmäßig größten kreisfreien Städte Deutschlands. Das Stadtgebiet erstreckt sich beidseitig der Elbe und umfasst neben dicht besiedelten Wohnquartieren auch weitläufige Feuchtgebiete, Elbwiesen, Altarme und Waldgebiete - darunter Teile des UNESCO-Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe.
Diese landschaftliche Vielfalt hat direkte Konsequenzen für den Schädlingsdruck. Die Nähe zum Wasser begünstigt die Ausbreitung von Ratten und Mäusen entlang von Kanalläufen, Flussufern und in der Kanalisation. Die alten Gründerzeitbauten in der Innenstadt Dessau sowie die Plattenbausiedlungen aus DDR-Zeiten bieten Nagern und Schaben zahlreiche Eintrittspunkte durch undichte Keller, marode Leitungsschächte und schlecht abgedichtete Rohrdurchführungen. In den Dörfern und Ortsteilen wie Tornau, Mühlstedt oder Natho dominiert Einfamilienhausbebauung mit Gärten, Schuppen und alten Scheunen - klassische Winterquartiere für Wespen, Hornissen und Marder.
Das kontinentale Klima Sachsen-Anhalts mit warmen Sommern und trockenen Phasen begünstigt zudem die Vermehrung von Insekten. In den Sommermonaten steigt die Zahl der Wespennest-Meldungen aus Dessau-Roßlau deutlich an, insbesondere aus den baumreichen Ortsteilen Großkühnau, Kleinkühnau und Mosigkau, wo das Gartenstadt-Erbe der Bauhauszeit viele alte Bäume mit Höhlen und naturnahe Strukturen hinterließ.





