Drochtersen und seine Lage: Warum die Region besonders anfällig ist
Die Gemeinde Drochtersen erstreckt sich über eine Fläche von rund 160 Quadratkilometern im Kehdinger Land, einer der tiefsten Marschregionen Norddeutschlands. Die Nähe zur Unterelbe, die ausgedehnten Moorgebiete in Theisbrüggermoor, Drochtersermoor, Dornbuschermoor und Asselermoor sowie die zahlreichen Entwässerungsgräben prägen das Landschaftsbild. Dieses feucht-kühle Klima begünstigt besonders Nagetiere, die ganzjährig nach trockenen, warmen Unterschlupfmöglichkeiten in Gebäuden suchen, und fördert gleichzeitig das Auftreten von Insekten, die feuchte Substrate zur Eiablage benötigen.
Viele Gebäude in Drochtersen sind ältere landwirtschaftliche Anwesen, Reetdachhäuser und Backsteinhöfe, die typisch für die Elbmarsch sind. Solche Gebäude weisen oft schwer einsehbare Hohlräume, naturbelassene Keller und ungedämmte Dachstühle auf - strukturelle Gegebenheiten, die Kammerjäger als klassische Einzugsöffnungen für Mäuse, Ratten und holzzerstörende Insekten kennen. Hinzu kommen die landwirtschaftlich genutzten Flächen rund um Assel, Rönndeich und Hüll, wo Schädlingsreservoire wie Feldmäuse oder Wanderratten besonders groß sind und von dort aus in Gebäude eindringen.
Auch die Nähe zu Industriestandorten und dem Elbhafen verstärkt den Schädlingsdruck. Hafennahe Lagerhaltung und Agrarbetriebe sind bekannte Eintragsquellen für Vorratsschädlinge wie Kornkäfer oder Mehlmotten, die sich von dort aus in Privathaushalte ausbreiten können.





