Erfurt als Einsatzgebiet: Geografie, Bebauung und Schädlingsdruck
Erfurt liegt im Thüringer Becken, eingebettet zwischen der Hainleite im Norden und dem Thüringer Wald im Süden. Die Stadt wird von der Gera durchzogen, deren Zuflüsse und Entwässerungsgräben sich bis in Ortsteile wie Kühnhausen, Egstedt und Frienstedt erstrecken. Gewässernähe bedeutet immer auch erhöhten Nagetierdruck: Wanderratten (Rattus norvegicus) nutzen Uferbereiche, Kanalschächte und feuchte Keller als Wanderkorridore und gelangen von dort in Wohngebäude, Gastronomie und Lebensmittelläger.
Die Altstadt mit dem Erfurter Dom, dem Fischmarkt und den angrenzenden Gründerzeitquartieren Johannesvorstadt und Krämpfervorstadt besteht zu einem großen Teil aus historischer Bausubstanz. Lückenhafte Dämmung, alte Holzbalkendecken und unzureichend abgedichtete Leitungsdurchführungen bieten Hausmäusen, Holzwürmern und überwinternden Wespenköniginnen ideale Bedingungen. Gleichzeitig sorgt der Tourismus rund um das UNESCO-Welterbe-Kandidatengespräch für einen stetigen Gästestrom in Hotels und Pensionen, was das Bettwanzen-Risiko in der Innenstadt strukturell erhöht.
Am Stadtrand prägen Gewerbegebiete entlang der Autobahn A71 und A4 sowie Logistikzentren nahe Bischleben und Bindersleben das Bild. Lager- und Produktionshallen bieten Schaben (Blatta orientalis, Blattella germanica) und Vorratsschädlingen wie dem Mehlkäfer optimale Ausbreitungsbedingungen, besonders wenn Temperaturen und Feuchtigkeit nicht konsequent kontrolliert werden.





