Filderstadt und seine Ortsteile: Warum die Lage den Schädlingsdruck erhöht
Die Filderebene gilt als eine der am intensivsten genutzten Agrarlandschaften Deutschlands. Jahrzehntelanger Gemüse- und Getreideanbau hat dazu geführt, dass Schadnager wie Feld- und Erdmäuse sowie Wanderratten in den Randbereichen aller fünf Ortsteile regelmäßig auftreten. Besonders in Harthausen und Plattenhardt, wo Wohnbebauung direkt an Ackerflächen und Feldwege grenzt, wandern Ratten und Mäuse bei Umbrucharbeiten oder kühlen Herbsttagen rasch in Gebäude ein.
Die Nähe zum Flughafen Stuttgart und dem Messe-Gelände in Leinfelden-Echterdingen bringt einen hohen Güterverkehr mit sich. Container, Paletten und Lieferfahrzeuge sind klassische Einschleppvektoren für Schaben (Blattodea), Pharaoameisen und sogar Bettwanzen (Cimex lectularius). Gastronomiebetriebe, Hotels und Cateringunternehmen in Bernhausen und Bonlanden, die den Flughafenbereich versorgen, stehen hier vor besonderen Herausforderungen.
Hinzu kommt, dass Filderstadt in den vergangenen Jahren erheblich gewachsen ist. Neue Wohnquartiere entstehen, ältere Gebäude werden saniert, Keller umgebaut. Bauaktivitäten stören Nager-Reviere und treiben Tiere in bewohnte Bereiche. Auch Wespen und Hornissen nutzen unbesetzte Dachböden, Rollladenkästen und Gartenschuppen bevorzugt als Neststandorte - ein Phänomen, das Kammerjäger im Landkreis Esslingen in der Vegetationsperiode täglich beschäftigt.





