Frankfurt an der Oder: Lage, Bebauung und Schädlingsdruck
Frankfurt liegt im Osten Brandenburgs, eingebettet zwischen der Oder im Osten und ausgedehnten Kiefernwäldern im Westen und Süden. Die unmittelbare Nähe zum Fluss, der im Frühjahr regelmäßig Hochwasser führt, begünstigt die Ausbreitung von Wanderratten (Rattus norvegicus), die entlang von Uferböschungen, Entwässerungsgräben und alten Kanalsträngen in Richtung Wohnbebauung vordringen. Ortsteile wie Lossow und die Lebuser Vorstadt, die nah am Oderufer liegen, sind davon besonders betroffen.
Die Innenstadt und Bereiche wie Gubener Vorstadt weisen dichte Altbausubstanz auf: unsanierte Keller, schlecht gedämmte Dachstühle und alte Abwasserleitungen sind klassische Eintrittspunkte für Nager und Insekten. Gleichzeitig bieten die Plattenbausiedlungen in Beresinchen oder Güldendorf durch Leitungsschächte und gemeinsame Haustechnik optimale Ausbreitungswege für Schaben (Blattella germanica) und Bettwanzen (Cimex lectularius). In Gewerbegebieten nahe Kliestow und Markendorf spielen darüber hinaus Vorratsschädlinge wie Mehlkäfer und Kornmotten eine relevante Rolle, weil dort Logistik- und Lebensmittelbetriebe ansässig sind.
Die geografische Grenzlage zu Polen verstärkt das Risiko der Einschleppung von Bettwanzen durch internationalen Reise- und Warenverkehr zusätzlich. Auch der Hochschulbetrieb der Europa-Universität Viadrina führt zu einer hohen Fluktuation in Wohnheimen und Mietwohnungen, was Bettwanzenbefall begünstigt.





