Brilon und der Hochsauerlandkreis: Warum die Region besonderen Schädlingsdruck kennt
Das Briloner Hochplateau liegt auf etwa 450 bis 500 Metern Höhe und gehört damit zu den höchsten Siedlungslagen Nordrhein-Westfalens. Das kontinental geprägte Klima mit kühlen Wintern und vergleichsweise warmen Sommern schafft besondere Bedingungen für Schädlinge: Viele Arten suchen in der kälteren Jahreszeit aktiv die Wärme menschlicher Gebäude. Ältere Fachwerkhäuser im historischen Stadtkern Brilons, aber auch Scheunen und Nebengebäude in den Außenortschaften wie Altenbüren, Alme und Rösenbeck bieten durch Hohlräume, Holzbalken und schlecht isolierte Dachböden ideale Eintrugsstellen.
Hinzu kommt die intensive landwirtschaftliche Nutzung rund um Gudenhagen, Niederalme und Oberalme. Getreidesilos, Viehställe und Kompostanlagen ziehen Ratten und Mäuse an, die von dort aus in benachbarte Wohngebäude vordringen. Der angrenzende Staatsforst sowie die Nähe zur Hoppecke und ihren Seitentälern sorgt zudem dafür, dass Wildtiere wie Marder, aber auch Insektenkolonien von Hornissen und Wespen, regelmäßig Kontakt zur Siedlungsbebauung suchen.
Tourismus und Freizeitverkehr spielen ebenfalls eine Rolle: Brilon und der Hochsauerlandkreis sind beliebtes Ausflugsziel. Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze in der Region sind potenzielle Einschleppungsorte für Bettwanzen (Cimex lectularius), die mit dem Gepäck reisender Gäste weitergetragen werden.





