Erding und sein Umfeld: Warum Schädlingsbefall hier besonders häufig ist
Erding liegt auf rund 456 Metern über Normalnull im Tertiärhügelland, unmittelbar nördlich grenzt das weite Erdinger Moos an die Stadtfläche. Diese Feuchtgebietslandschaft ist ökologisch wertvoll, bietet aber auch ideale Brutbedingungen für Stechmücken, Ratten und Wanderratten, die entlang der Sempt und ihrer Nebenläufe stadteinwärts wandern. Besonders in den Übergangszonen zwischen Gewerbefläche und Wohnbebauung - etwa in Klettham oder entlang der Gewerbegebiete nahe dem Flughafen München - ist der Schädlingsdruck erhöht.
Die Nähe zum Flughafen München (Franz Josef Strauß) hat Erding zu einem Logistik- und Hotelstandort gemacht. Gastronomie, Lagerhaltung und das kontinuierliche Reisevolumen begünstigen die Einschleppung von Bettwanzen, Schaben (insbesondere der Deutschen Schabe, Blattella germanica) und anderen Vorratsschädlingen. Reisende bringen Bettwanzen häufig unbemerkt in Gepäck und Kleidung mit - ein Problem, das in hotelnah gelegenen Wohngebieten wie Sankt Paul oder dem Stadtbereich besondere Relevanz hat.
Hinzu kommt der hohe Anteil älterer Bausubstanz in der Erdinger Altstadt sowie in Ortsteilen wie Altenerding und Aufhausen. Risse in Fundament und Mauerwerk, undichte Leitungsschächte und feuchte Keller bieten Mäusen, Ratten und Schaben optimale Eintrittspunkte und Versteckmöglichkeiten. Auch landwirtschaftliche Betriebe in Eichenkofen, Indorf oder Werndlfing können als Reservoir für Nagetiere fungieren, die in nahegelegene Wohngebäude eindringen.





